Die Honigtöchter Cristina CaboniTitel: Die Honigtöchter
Autor: Cristina Caboni
Erscheinungsdatum: 20. 06. 2016
Seiten: 417
Erschienen bei:  Blanvalet 

Klappentext: Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstraße in Südfrankreich und folgt einem von Rosmarin und Lavendelbüschen gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin, und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zurück. Doch dort muss sie sich dem stellen, was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel – und Nicola, dem Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor …

Das fand ich gut:

Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll poetisch. Dabei bleibt er allerdings auch leicht und flüssig zu lesen. Ein Lieblingszitat könnte ich gar nicht nennen, denn es waren so viele wunderschöne Formulierungen dabei.

Die Protagonistin Angelica ist eine wundervolle Frau. Sie spricht die Unsicherheiten an, die viele von uns vielleicht schon mal hatten: In welche Richtung soll mein Leben laufen? Man ist dabei, wie sie für sich eine Entscheidung fällt, eine Möglichkeit erhält diese Entscheidung zu treffen und was sie daraus macht. Angelica durchlebt eine Entwicklung, die man der Figur zu 100 % abnimmt und die man gut nachempfinden kann.

Auch die anderen Figuren waren keineswegs flach. Sie alle hatten ihre Motive und sie waren auf ihre Weise sympathisch. Selbst die, die Angelica schaden wollten, hatten nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln und auch wenn man dieses nicht gutheißt, so macht es die Figuren authentisch und sehr glaubwürdig.

Die Magie in Sardinen wird in dem Buch sehr gut beschrieben. Ich habe wirklich spontane Lust bekommen diesen kleinen Ort zu besuchen, der so vom Handwerk und seinen Menschen lebt. Die Autorin schafft es mit diesem Buch wirklich einen ins Reisefieber zu versetzen.

Die kleinen Auszüge über den Honig über den Kapiteln waren auch sehr interessant und das Thema Honig wird sehr oft in dem Buch aufgegriffen und dient nicht nur als Überschriftengeber. Ich habe schon Bücher gelesen, da war das anders, doch bei Cabonis Buch spielt Honig eine sehr große Rolle. Anfangs war es etwas befremdlich, wie sehr der Honig und die Bienen das Leben Angelicas bestimmen, doch ihre Erklärungen waren später sehr einleuchtend.

Das fand ich nicht so gut:

Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Nicola hat mich im letzten Drittel etwas genervt. In meinen Augen haben sie sich etwas kindisch benommen – keiner hatte den Mut mal Klartext zu sprechen und immer wenn der Moment gerade schön war, so wurde er völlig grundlos von einem der beiden unterbrochen.

Trotz des wundervollen Schreibstils verlief der Anfang relativ schleppend und ab der Mitte überschlug sich die Handlung plötzlich etwas. Die Autorin hätte hier ruhig etwas weniger Vorlauf benutzen können.

Fazit:

Ein wundervolles Sommerbuch, mit einem wirklich wunderschönen Schreibstil. Dieser macht das Buch wirklich außergewöhnlich und hebt es von anderer leichter Sommerlektüre deutlich ab. Es weckt eine Italien-Leidenschaft, derer man sich vielleicht noch gar nicht bewusst war und die Lust auf ein warmes Brot mit Honig! Das Buch hat einen vielseitigen Plot und wirklich interessante und authentische Figuren.

 

Rating: 4/5