Meine lieben Leser!

Der Urlaub ist zu Ende, die Semesterferien glücklicherweise noch nicht. Aber ich will euch natürlich nicht vorenthalten, wie toll Krakau gewesen ist!
Es folgt also nun mein kleiner Reisebericht, natürlich mit Bildern und ein paar Tipps, wie ihr es bei eurem Besuch besser machen könnt (bei uns war es stressiger als gedacht).

Tag Eins

Gefahren bin ich mit meinen Eltern. Da wir ohnehin mit dem Auto in Polen waren, war die Anreise zum Hotel ein wenig einfacher. Je nachdem woher man kommt, muss man allerdings mit dem Auto eine Maut für Teilabschnitte auf der Autobahn entrichten. Umgerechnet waren das für unsere Anreise knapp 5 Euro.

Das Hotel lag in einer Einbahnstraße. Parkmöglichkeiten waren eingeschränkt, aber es gab einen Privatparkplatz neben einem Sportplatz, den wir benutzen konnten. Dieser war – wichtig! – nur mit einer Fernbedienung zu betreten. Sicherheit geht vor.

Das Hotel war eigentlich kein richtiges Hotel, sondern bot Gästezimmer an. Wir haben uns mit zwei weiteren Zimmern eine Kochnische geteilt, die alles wichtige enthielt. Die Zimmer selbst waren sauber, modern eingerichtet und mit einem großen eigenen Bad! Außerdem waren die Fenster in den Innenhof gerichtet – abends war es super ruhig bei uns! Die Cybulskiego Guest Rooms waren in der Nähe der Altstadt und damit auch perfekt von der Lage! Außerdem waren sie auch sehr günstig. Da haben wir ein echtes Schnäppchen gemacht.

Natürlich hat es uns direkt nach der Ankunft sofort in die Altstadt verschlagen. Wir hatten absolut perfektes Wetter. Es war sonnig, warm und trocken. Und nicht ganz so heiß. Dementsprechend viel war auch los. Wie es der Zufall wollte, gab es gerade noch zur Zeit unseres Besuchs ein Fest. Eine Bühne auf der Musik gespielt wurde und drum herum ein Markt mit Handwerkskunst. Vom traditionellen Käse (der wirklich sehr lecker aber auch sehr salzig ist) bis zu Trachten und Töpferkunst und Spitze, gab es dort alles.

Als wir über den Markt geschlendert waren, haben wir uns die Tuchhallen genauer angesehen und sind dann weiter zur Marienkirche gegangen. Ich bin ja ein großer Fan von Kirchen!

Die Kirche ist in zwei Bereiche unterteilt: Wer nur kurz hereinlugen möchte, der kann den Haupteingang benutzen und steht dann an einer Absperrung im hinteren Teil der Kirche. Wer sie näher erkunden will, braucht eine Eintrittskarte. Ich habe mir auch gleich noch eine Fotoerlaubnis gekauft, denn die Kirche war von innen wirklich traumhaft schön. Wohin ich zuerst schauen sollte, wusste ich nicht.

Rathausturm Krakau

Der Turm des alten Rathauses in Krakau.

 

Marienkirche Krakau

Das Innere der Marienkirche mit dem Hochaltar.

 

Grunwald Denkmal

Grunwald Denkmal

Rund um den Markt gibt es unzählige Restaurants und Cafés. Bei dem schönen Wetter hat es uns natürlich ins freie verschlagen. Wir haben uns gestärkt und gewartet, denn: die Marienkirche beherbergt noch eine uralte Tradition!
Zu jeder vollen Stunde, öffnen sich die Fenster des Turms der Kirche in jede Himmelsrichtung und ein Trompeter spielt ein Lied auf seinem Instrument. Das Besondere daran ist, dass das Lied einfach unterbrochen wird. Es endet sehr abrupt. Warum?

Die Tradition spielt an den Krieg der Polen gegen die Tartaren an. In diesem Krieg warnte ein Trompeter die Stadt und die Truppen mit seinem Spiel und es wurde beendet, als ein Pfeil ihn am Hals traf. Dieses Stück und das plötzliche Ende des Liedes hört man zu jeder vollen Stunde an der Kirche.

Wir sind noch eine Weile durch die Altstadt gelaufen und haben den Tag entspannt ausklingen lassen, ganz stilecht mit polnischer Küche.

Tag Zwei

Der zweite Tag wurde beinahe vollständig am Wawel verbracht. Der Wawel ist ein Berg in der Stadt auf dem das Königsschloss und die Kathedrale der Stadt zu finden sind. Zu Fuß ist das nicht weit weg vom Markt und man kommt noch an unzähligen Kirchen vorbei, die man sich ansehen kann.

Unsere Planung ging hier etwas in die Hose. Wir mussten über eine Stunde anstehen um Tickets zu erhalten. Es ist definitiv besser diese am späten Nachmittag des Vortags zu besorgen. Knapp wurde es ebenfalls noch, denn die Privaträume der Königsfamilie dürfen nur mit Führung besichtigt werden und die Karten dafür sind auf 200 am Tag begrenzt. Wir haben drei der letzten 18 Karten noch erwischt!

Im Wawel-Schloss selbst konnte ich leider nicht fotografieren. Wir haben die Staatsräume, die Schatz- und Waffenkammer und die Privaträume besucht. Um Einlass zu den verschiedenen Teilen des Schlosses zu erhalten, muss man sich zu der vorgegebenen Zeit auf dem Ticket am Sammelpunkt einfinden, dann erst darf man rein. Wer zu spät kommt oder zu früh, wird nicht rein gelassen.

In der Kathedrale, die sich direkt neben dem Schloss befindet, findet man neben der berühmten Sigismund-Glocke und einem wunderschönen Kirchenschiff auch die Gräber der Könige, die Krypta der Nationaldichter Polens und weitere Gräber wichtiger Politiker und Helden Polens. Neben der Kathedrale befand sich noch ein Museum mit einigen Gegenständen von Papst Johannes Paul II., welcher in Polen sehr verehrt wird (immerhin war er ja Pole).

Wawel Schloss

Das Schloss von der Außenseite

Wawel Schloss

Der Innenhof des Schlosses

Das Schloss nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, sodass wir nur noch zu einem Spaziergang durch die Stadt fähig waren, als wir dort fertig waren. Aber ein sehr lohnender Besuch!

Tag Drei

Den dritten und letzten Tag, haben wir eigentlich gar nicht mehr in Krakau verbracht. Und obwohl die Stadt wirklich großartig und wunderschön ist, habe ich mich auf Wieliczka ein bisschen mehr gefreut.

Dieser Ort ist etwa 10 km von Krakau entfernt. Mit dem Auto natürlich kein Problem – es gibt jedoch auch Busse, die dorthin fahren und auch extra Touristenangebote.

Wir sind auf eigene Gefahr hin. Zur Wieliczka Salzmine. Diese kann man ebenfalls nur mit Führungen besuchen. Polnische Führungen werden jederzeit angeboten. Doch es gibt auch etliche fremdsprachige Führungen. Diese kosten etwas mehr und finden nur zu bestimmten Uhrzeiten statt, aber preislich war alles wirklich noch sehr günstig. Dafür hat man auch knapp 3,5 Stunden Zeit und ist ständig begleitet. Auch hier braucht man für Fotos eine Fotoerlaubnis, die allerdings nur 2 Euro kostet.

Nachdem wir abgeholt wurden und mit unserer kleinen deutschen Reisegruppe in die Salzmine geführt wurden, ging es erstmal bergab. Ich habe schon wieder vergessen, wie viele Stufen wir runter mussten, aber ich erinnere mich noch an den Drehwurm den ich hatte.

Unten angekommen wurde es direkt sehr zugig und kühl. Es herrscht das ganze Jahr nur um die 14 Grad in der Mine. Jacken sollte man auch im Sommer dort tragen. Die Mine war überwältigend. Man erfuhr nicht nur viel über den Abbau, der Bedeutung des Salzes, sondern auch die zahlreichen Märchen und Legenden die sich um die Mine ranken.

Da die Polen von jeher sehr gläubig sind, findet man selbst in einer Salzmine Kapellen. Überwältigt war ich von der Kirche der Königin Kunigunde. Alles dort bestand aus Salz. Und 101 Meter unter der Oberfläche.

Nach dem Fußmarsch durch die Mine – ich habe sogar die Wände gekostet, sie waren tatsächlich richtig salzig!- irrten wir noch ein wenig durch den Ort und verließen dann Krakau endgültig.

Die Kirche von Kunigunde.

Die Kirche von Kunigunde.

Kronleuchter aus Salz

Kronleuchter aus Salz. Er ist der Größte in der Salzmine und wiegt 700 kg.

Stufen

Die Stufen für einen Teil des Abstiegs in der Salzmine.

Auf unserem Rückweg machten wir noch einmal Halt in Auschwitz. Dort haben wir uns das KZ angesehen. Auch hier war die Wartezeit enorm. Man sollte sich da rechtzeitig um Tickets kümmern. Da ich mit der Geschichte des KZs mehr als vertraut bin und meine Eltern dort schon waren, haben wir hier auf eine Führung verzichtet. Ab dem späten Nachmittag ist der Zutritt ohne Führung möglich und dann auch kostenlos.

Mit etlichen Kilometer in den Beinen sind wir dann zurück gefahren und haben noch ein paar Tage in Polen verbracht.

Krakau ist auf jeden Fall eine Reise wert. Besonders die Salzmine hat es mir angetan! Ich könnte stundenlang von ihr schwärmen.

Wart ihr schon mal in Krakau? Was habt ihr euch angesehen?