Die Füße bluten, die Waden zwicken, die Schulter meldet sich von der schweren Tasche aber überglücklich habe ich den ersten Tag auf der Buchmesse Leipzig verbracht.

Und hier kommt der ausführliche Bericht, natürlich mit ein paar Bildchen!

Das Westfalenstadion am Morgen

Unterkunft ist nicht direkt in Leipzig, sondern in Halle, bei meinem Bruder. Deswegen war die Nacht heute schon um sieben Uhr zu Ende. Mit dem Sonderzug und gefühlt sechs Milliarden aufgeregter Schüler – ehrlich, das Westfalenstadion ist leiser – ging es dann nach Leipzig zum Messegelände.

Ich habe mich schon ein bisschen fancy gefühlt, als ich dann durch das Pressezentrum gestiefelt bin. Als dann mein Ausweis genehmigt worden ist, konnte ich mich auch schon in das Abenteuer Buchmesse stürzen.

Warum riecht es hier überall nach Essen und nicht nach Büchern?

Ich hatte heute auch eine wunderbare Begleitung – die tolle Tali aus der Schreibnacht. Ich war überrascht, dass wir uns wirklich sofort erkannt haben, wobei der größte Teil definitiv bei Tali lag. 🙂

Wir sind dann erstmal auf einen kleinen Rundgang gegangen, Halle Eins – da waren jedoch nur sehr wenige Cosplayer unterwegs und an den Waffenständen gab es keine Äxte, weswegen wir direkt weiter gezogen sind. Plötzlich überkam uns der völlig unerwartete Kaffeedurst. Wir waren aber auch unglaublich schlecht vorbereitet. Wir schlenderten ein paar Mal um die Leseinsel Fantasy und fingen dann an, die Preise der Kaffeeanbieter zu vergleichen. Ernüchternd haben wir feststellen müssen, dass wir für den uneingeschränkten Kaffeegenuss auf der Messe mindestens eine Niere opfern müssten. Schweren Herzens haben wir uns doch einen geholt. Wir konnten ja nicht verzichten.

Wir haben viel entdecken können: ein Cover von meiner lieben Jay auf der Buchmesse, ein paar sehr merkwürdige Sprechblasen in einem Reiseführer, kunstvolle Aussteller und jede Menge Essensstände, die die andere Niere gekostet hätten.

Durch Zufall fanden wir an einen stand mit kleinen Spezialitäten wie Brot mit Pesto, Käse und Oliven. Wir haben das nicht hinterfragt, warum dieser Stand auf der Buchmesse war, es war ein Highlight. Wir haben uns durchprobiert und das Essen war wirklich super lecker! Und genau das Richtige. Noch ein paar Gummibärchen und einen wirklich ausgemachten Lachflash später, wurde der Hunger jedoch noch größer.

Wie das bei Autoren so üblich ist, reicht oft nur eine Kleinigkeit und direkt entsteht eine neue Geschichte. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir nicht zu viel verraten. Ein paar Stichpunkte sind allerdings okay: Sherlock Holmes, glitzernde Vampire und Schauspielerei. Der Rest ist leider noch geheim, aber es wird sicher ein Bestseller.

Der Hunger wurde immer größer und irgendwann mussten wir die Reißleine ziehen. Den Burgerwagen hatten wir schon gesichtet – aber wo? Panisch hasteten wir durch die Hallen, die Tali und ich vermuteten und schließlich tauchte er vor uns auf, umgeben von dem süßen Duft von Burgersoße!
Wir konnten nicht widerstehen. Und nach dem Burger war  die Energie wieder da. Für eine letzte Runde über die Messe waren wir also mehr als bereit.

Wir landeten bei einem IQ-Spiel, welches echt knifflig war und für das es unterschiedliche Stufen gab. Während wir die ersten beiden Level ganz gut gemeistert haben, wurde es beim dritten schwer und echt schräg. Am Stand kamen wir mit dem Aussteller ins Plaudern, der wissen wollte woher wir uns kennen und wer wir eigentlich sind.
„Schreibnacht. Ein Forum für Autoren.“
„Das sagt mir nichts.“
Soweit noch alles okay. Doch dann wurden die Fragen persönlicher.
„Seid ihr zusammen hier?“
„Ja, wir haben uns hier das erste Mal live getroffen. Verbringen die gesamte Messe zusammen.“
„Ist das ein Date?“
„Nein.“ (Stellt euch vor, dass wir immer noch knobeln und deswegen halbherzig antworten, aber bei der letzten Frage schon komisch geguckt haben.)
„So hätte ich euch auch nicht eingeschätzt. Ihr seht nicht so aus.“
Schweigen.
„Was heißt den ’so‘?“, fragte Tali an der Stelle, eine Antwort blieb man uns schuldig.

Leider waren wir zu sehr im Knobeln vertieft, sodass uns die Schlagfertigkeit abhanden gekommen ist. Hinterher sind uns natürlich tausend Erwiderungen eingefallen. Aber da Tali ganz taktisch ihren Becher an dem Stand vergessen hat, müssen wir morgen nochmal hin und erhalten dann vielleicht eine Antwort auf unsere Frage.

Soweit der Messetag Eins. Hauptsächlich haben wir den genutzt um uns zu orientieren und das Messegelände kennen zu lernen. Ein paar Buchschätzen haben wir entdecken können, auf einer Schreibmaschine haben wir uns verewigt, Kaffee für 1,50 € gibt es auch und im Memory sind wir ein gutes Team (Wir haben Überraschungsbücher gewonnen, aber die zeige ich euch erst morgen).

Morgen steht dann das Programm an und unsere kleine Reisegruppe „Chatadias“ wird sich vergrößern. Ich kann es also kaum erwarten.

Wie war euer erster Tag auf der Buchmesse? Was sind eure bisherigen Messeanekdoten?