Es folgt nun der Bericht für den Buchmesse Tag Drei! Oder: Der Volle Samstag.

Ich dachte, dass am Freitag Bahnchaos herrschte, doch ich hatte ja keine Vorstellung von dem Samstag. Als Menschin, die auch ins Stadion fährt, bin ich Menschenmassen, die sich in Bahnen quetschen gewohnt. Nicht jedoch, dass man keine Bahn hat, in die man sich quetschen kann. Ich war wie immer eine Stunde vor Messebeginn bereits unterwegs, die S-Bahn von Halle Saale nach Leipzig stand bereits am Gleis und war brechend voll.
Keine Chance, da noch reinzukommen.
Die nächste hatte keinen Halt an der Messe, sodass ich schnell umplanen musste. Mit Bus und Straßenbahn gelang es mir dann eine Stunde nach Messebeginn das Gelände zu erreichen. Da war der Presseausweis noch mehr Gold wert, denn ich ersparte mir die lange Warterei am Haupteingang.

Staunende Augen, Fantasyleseinseln und Schreibnacht-Menschen

Der Samstag war nicht nur von den Besuchern gesehen eine Vergrößerung, auch meine Messebegleitungen haben sich deutlich vermehrt. Zunächst schlenderte ich mit meiner besten Freundin Jay und der tollen Darque über die Messe und nach und nach sammelten wir weitere Schreibnacht-Menschen ein, die auch im Pub waren. Kia, KC, Rose mit ihrem Freund Josh und auch Tali mit ihrem besten Freund. In dieser Gruppengröße versuchten wir uns irgendwie über das Messegelände zu bewegen, nachdem wir ein kurzes Überlegen an der Leseinsel Fantasy gestartet hatten. Weil es für alle – außer Tali und mich – der erste Messetag waren, beschlossen wir einfach erstmal herumzulaufen.

Coverliebe beim Verlag Kleine Gestalten/Little Gestalten

Was sich jedoch als äußerst schwierig herausstellte, denn es war sehr voll und wir waren eine große Gruppe. Schleppend ging es dann voran und ich muss zugeben, meine Laune verschlechterte sich etwas, denn ich war mehr mit dem Gucken nach den Gruppenmitgliedern beschäftigt als mit dem Gucken nach tollen Büchern.

Geschlossen machten wir uns dann auf den Weg zum Communitypreis der Indie Autoren 2017 von neobooks, da eine den meisten der Schreibnacht-Menschen bekannte Autorin dort gekürt worden ist. Tina Köpke mit „Royal Me“ wurde mit großem Applaus ausgezeichnet und mit etlichen Schildern der Community bedacht.
Während die anderen mit großen Augen der Dankesrede lauschten, beschlossen Jay und ich den Messetag eine Weile alleine zu bestreiten und uns zum Schreibnachttreffen wieder mit den anderen zu verabreden.
Für Jay war es die erste Buchmesse überhaupt und so war es für sie natürlich doppelt aufregend, als wir uns dann alleine über das Gelände bewegt haben. Schließlich gibt es ja unglaublich viel zu sehen.

Das Banner beim Oettinger Verlag

 

Tardis-Talk, Take Two

Roger Langridge war auch am Samstag auf der Messe und da Jay ihn noch nicht gesehen hatte, mussten wir natürlich zum Tardis-Talk am Schwarzen Sofa. Jay hat mir Doctor Who überhaupt erst aufgeschwatzt (und ich liebe sie dafür!) und deswegen waren wir uns bei dem Programmpunkt direkt einig. Ein Tardis-Talk? Keine Frage, ab dahin!
Wir konnten  noch eine Weile das Live-Zeichnen vor Ort beobachten, Sitzplätze ergattern (für Sitzplätze hätte ich einen Lungenflügel bezahlt, nachdem die Niere für den Kaffee drauf gegangen ist) und warteten gespannt.

Matt Smiths Kinn zeichnet Roger Langridge jedes Mal größer, wie er selbst sagt.

Dieses Mal wurde Verstärkung mitgebracht. Neben Roger Langridge war auch Claudia Kern am Schwarzen Sofa. Sie ist die Übersetzerin der Doctor Who Comics für Panini und konnte ebenfalls allerlei Geschichten zum Thema beisteuern. Zunächst tauschte man sich auf Deutsch aus und dem Publikum wurde verraten, dass Panini zunächst überhaupt keine Rechte für die Doctor Who Comics erhalten hatte, aufgrund von dem Verkauf des Doctor Who Magazine.
Da ich – zu meiner Schande – die Comics gar nicht kenne (was ich aber nach der Messe unbedingt in Angriff nehmen will!) war es für mich auch sehr interessant zu hören, dass die Comics in Deutschland den 9. Doctor erst nach dem 12. Doctor veröffentlicht haben. Der Bekanntheit wegen. Dabei ist Eccleston so großartig!
Außerdem gibt es auch neue Companions in den Comics, vor allem der Gestaltwandler, der im Körper eines Pinguins feststeckt, macht den Verantwortlichen am meisten Spaß.
Claudia Kern sprach dann auch eine Besonderheit der Übersetzungen an, die mir gar nicht geläufig war, da ich die Serie selbst auch nur auf Englisch kenne (Ich hatte mal versucht für eine halbe Sekunde die Serie auf Deutsch zu gucken, aber ich konnte mich gar nicht mit Tennants Synchronstimme anfreunden und Matt Smiths Englisch ist einfach anbetungswürdig). Das Siezen und Duzen. Die Companions des Doctors Siezen ihn im Deutschen. Erst mit Clara änderte sich das. Jedoch ist Chronologie bei einem Zeitreisenden etwas – ich würde sagen – kompliziertes, sodass es die Übersetzer und Verleger in Deutschland vor Schwierigkeiten stellt.
Natürlich gab Roger wieder ein Live-Zeichnen von sich und beim Q&A wurde wieder auf Fragen eingegangen. Der Knaller kam dann am Schluss: Panini veröffentlich am Herbst die Torchwood-Comics in Deutschland. Erstmals auf der ComicCon in Stuttgart. Und John Barrowman höchstpersönlich wird dort sein. Jay und ich hatten Fangirl-Schnappatmung und direkt den Plan, dass wir dort hinmüssen!

„Der Doctor ist die ultimative Persönlichkeitsstörung.“ Roger Langridge

Nach dem Talk stärkten wir uns mit Crepes und bestaunten die letzten Minuten der Preisverleihung der Cosplayer, bevor es dann auch schon weiter ging zum Schreibnacht-Treffen auf der Messe.

 

Betrunken vor guter Laune

Zum Treffen auf der Messe geladen, hatte dann die Schreibnacht. Also zum kurzen Plausch miteinander. Es war schön auch mal andere Schreibnachtmenschen zu sehen, die man sonst nur aus dem Forum kennt. So vervollständigt sich das Bild, welches man von den Menschen hat Stück für Stück. Stimmfarben kommen hinzu und bestimmte Gesten ebenso. Es hat echt Spaß gemacht. Ein paar Goodies konnte ich auch noch abstauben von Jenny Karpe (ihr Buch ist auch noch auf meinem SuB und hat ein wundervolles Cover).
Man hielt Kia und mich für Schwestern – was ich allmählich echt verstehen kann, nachdem ich Fotos angegafft habe um nach Ähnlichkeiten zu gucken. Leider war die Schreibnacht-Mami nicht dabei und so mussten wir uns ohne sie zum obligatorischen Gruppenfoto durchringen.

Edition Roter Drache mit dem Amt für Aetherangelegenheiten

Ungarn stellte auf der LBM dieses Kunstwerk auf. Mit schwarzen und weißen Wörtern.

Nach dem Schreibnachttreffen war die Batterie jedoch leer. Da ich ohnehin schon angeschlagen aufgewacht war, ließ die Energie dann sehr schnell nach. Drei Messetage steckten mir in den Knochen. Und ein Vierter stand bereits in den Startlöchern. Also wurde es Zeit für uns nach Hause zu gehen.
Wie betrunken stolperten Jay und ich durch die Messehallen in Richtung Ausgang und der untergehenden Sonne entgegen. Wie viele Leute uns für wirklich betrunken gehalten habe, kann ich gar nicht sagen. Gerade mit ihr zusammen, ist es so leicht sich so zu fühlen.
Schweren Herzens verabschiedeten wir uns lautstark am Bahnhof und freuten uns dann auf den nächsten gemeinsamen Messetag.

Übrigens, kauft Bücher beim Sternensand Verlag. Nicht nur, weil die Autoren alle sehr nett sind auch weil die Geschichten toll sind und die Bücher wunderschön!

Wie war euer Buchmesse Tag Drei?